Aus diesen 6 Gründen gehen uns die qualifizierten Verkaufsmitarbeiter aus WSS04/19

Laut Zeitungsbericht der Presse ist der Verkäufer die zweithäufigste ausgeschriebene Stelle in Österreich. An dieser Stelle möchte ich meine eigene Geschichte erzählen, wie ich zum Verkauf gekommen bin. Als kleines Kind fiel mir ein Nachbar meines Elternhauses auf, der im Gegensatz zu allen anderen stets gelächelt hat, immer gut drauf war und auch häufig einen Witz auf den Lippen hatte. Ich dachte mir damals, so wie der Herr K (Name von der Redaktion nicht geändert), so will ich auch mal werden. Die meisten anderen sind mit hängenden Mundwinkeln herumgelaufen, sind so zu Ihrem Arbeitsplatz gegangen und auch so wieder nach Hause gekommen. Dass sah für mich eher nach Pflichterfüllung aus, so als ob sie etwas tun müssten, was sie nicht tun wollten. Heute würde ich das mit der „TGIF“ Lebensweise vieler Mitbürger beschreiben. Das sind die Art von Menschen, die sich jeden Montag ärgern, zur Arbeit gehen zu „müssen“ und am Freitag dem Herrgott danken (daher „Thank God Its Friday“), dass sie endlich zwei Tage Ruhe haben, von ihrem ungeliebten Arbeitsplatz, den nervenden Kunden und den fordernden Vorgesetzten. Der Hausnachbar meiner Eltern, der besagte Herr K. hatte scheinbar große Freude an seinem Tun und so fragte ich ihn eines Tages: „Herr K., warum sind Sie eigentlich immer so gut drauf, wenn alle anderen eher ihre Mundwinkel hängen lassen und wie ferngesteuerte Zombies herumlaufen?“ Und er sagte zu mir: „Ich helfe Menschen gute Entscheidungen zu treffen!“ Obwohl ich dies zu diesem Zeitpunkt noch nicht gänzlich verstanden habe, fragte ich auch nicht nach. Nichtsdestotrotz stand mein Traumjob seit damals unverrückbar fest. 

6 Determinanten des Verkäufermangels 

Diese 6 Determinanten sind mir eingefallen, warum es im Beruf des Verkäufers, egal ob im stationären Handel oder im Außendienst, wesentlich mehr ausgeschriebene Stellen als Bewerber gibt.

Es sind dies:

  1. Die Schulen erziehen die Kinder dazu, alles richtig zu machen und brave Angestellte zu werden.
  2. In den Medien kommen Verkäufer selten gut weg. Entweder sie sind am Straucheln oder sie sind gierige Halsabschneider.
  3. Die Politik fördert heute immer mehr die Umverteilung von den Fleißigen zu den Faulen.
  4. Die Gesellschaft kennt zwei Arten von Verkäufern, den Typ „Regalbetreuer“ und den Typ „Staubsaugervertreter“. Beide haben mit erfolgreichem Verkaufen so viel zu tun, wie ein Couch-Potato mit einem Marathonlauf.
  5. Der potenzielle Bewerber selbst, lässt sich häufig vom höchst möglichen Einstiegsgehalt, welches zudem „sehr sicher“ ist, ködern.
  6. Das Verkäufer-suchende Unternehmen überlässt die Auswahl des Verkäufers häufig Personalabteilungen, die sich Verkäufer anders vorstellen, als dies wirklich zutrifft.

In einigen Bereichen, wie so oft im Leben, können wir Einfluss nehmen, in anderen Bereichen können wir nur akzeptieren und mit dem arbeiten, was da ist.

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Reinhold Niebuhr